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Design

Mitarbeiter von seitenweise arbeitet am Monitor an einem Projekt

Informationsarchitektur: Wie Nutzer euch finden, was sie suchen

Portraitfoto von Olli, Inhaber der Digitalagentur seitenweise

Autor: Oliver Hunke

13. Oktober 2025

Die schönste Website nützt nichts, wenn Besucher nicht finden, was sie suchen. Informationsarchitektur, die logische Struktur und Organisation von Inhalten, entscheidet darüber, ob eine Website funktioniert oder nicht.

In B2B-Projekten sehen wir es immer wieder: Beim Launch steht der Inhalt, aber die Architektur ist über die Jahre gewachsen. Niemand findet mehr die Leistungen. Die Navigation ist ein Sammelsurium. Wichtige Seiten sind drei Klicks tief vergraben.

Das lässt sich systematisch beheben. Hier erklären wir, wie.

Was Informationsarchitektur leistet

Informationsarchitektur (IA) beantwortet drei Fragen: Wie werden Inhalte gruppiert? Wie werden sie benannt? Wie navigiert der Nutzer zwischen ihnen?

Gute IA ist unsichtbar, sie führt Nutzer, ohne dass sie es merken. Schlechte IA zwingt sie zum Suchen, Raten, Aufgeben. Sie ist damit die Grundlage jedes UX/UI Design und nicht dessen Zugabe.

Die Wirkung ist messbar: weniger Absprünge, längere Verweildauer, mehr Conversions. Und: IA beeinflusst auch SEO. Klare Strukturen helfen Suchmaschinen, eure Website zu verstehen.

Die vier Bausteine guter IA

1. Content-Inventar

Der Ausgangspunkt: Was habt ihr überhaupt an Inhalten? Listet alle vorhandenen Seiten auf. Welche Inhalte gibt es doppelt? Welche sind veraltet? Welche fehlen? Ohne Inventar keine saubere Architektur.

2. Kategorisierung

Welche Inhalte gehören zusammen? Welche Gruppen sind für eure Nutzer logisch? Die Antwort kommt nicht aus eurer internen Organisation, sondern aus der Sicht der Zielgruppe.

Klassischer Fehler: Websites, die nach Abteilungen gegliedert sind, statt nach Nutzerbedarf. „Business Unit 1 / Business Unit 2″ interessiert niemanden außerhalb des Unternehmens.

3. Benennung

Wie heißen die Kategorien? Hier entscheidet sich oft, ob eine Navigation funktioniert. Benennungen müssen verständlich sein, konkret, nicht austauschbar. „Lösungen“ und „Services“ sind typische Leer-Labels. „Beratung“, „Software“, „Wartung“ sind klare Labels.

4. Navigation und Verlinkung

Wie bewegt sich der Nutzer? Hauptnavigation, Subnavigation, Breadcrumbs, interne Verlinkung, Footer. Jede Ebene hat eine Aufgabe. Zusammen führen sie den Nutzer zum Ziel.

Wie ihr die richtige Struktur findet

Methode 1: Card Sorting

Schreibt eure Inhalte auf Karten. Lasst echte Nutzer (keine internen Mitarbeiter) diese Karten in Gruppen sortieren, wie sie es logisch finden. Das Ergebnis zeigt euch, wie eure Zielgruppe denkt und weicht oft stark von internem Denken ab.

Methode 2: Analyse bestehender Daten

Google Analytics, Search Console, Hotjar-Heatmaps. Wo kommen Besucher an? Wohin klicken sie? Wo hören sie auf? Diese Daten zeigen, ob die aktuelle Struktur funktioniert.

Methode 3: User Tests

5 echte Nutzer bekommen eine Aufgabe („Finde die Kosten einer Beratung“) und lösen sie laut. Ihr sehen, wo sie hängenbleiben. Das zeigt IA-Probleme schonungslos.

Die Hauptnavigation: weniger ist mehr

B2B-Websites haben oft Navigationen mit 12 bis 15 Einträgen. Das ist zu viel. Je mehr Optionen, desto schwerer die Entscheidung.

Faustregel: Maximal 7 Hauptnavigationspunkte. Idealerweise 4 bis 6. Der Rest gehört in Subnavigationen, Footer oder komplett entfernt.

Typische Hauptnavigation für B2B:

  • Leistungen (mit Subnavigation)
  • Lösungen/Branchen (optional)
  • Referenzen/Cases
  • Über uns
  • Insights/Blog
  • Kontakt

Nicht jedes Unternehmen braucht jeden Punkt. Nutzt den Platz, den ihr habt, gezielt. Wie viele Punkte ein Header verträgt, entscheidet sich am Ende im Webdesign.

Wenn ihr eure Informationsarchitektur überarbeiten wollt: Wir unterstützen euch im UX/UI Design, von der Analyse bestehender Strukturen bis zur neuen Architektur.

Die typischen IA-Fehler

Zu tiefe Seitenstrukturen kosten Sichtbarkeit. Inhalte, die vier Klicks tief liegen, werden selten gefunden. Als Faustregel sollte jede wichtige Seite in höchstens drei Klicks erreichbar sein.

Interne Fachsprache in der Navigation kostet Klicks. Produktnamen aus dem eigenen Haus, Abkürzungen und Branchenjargon sagen Besuchern nichts, und was niemand versteht, klickt auch niemand an.

Uneinheitliche Benennungen verwirren. Wenn im Header „Services“ steht, im Footer „Dienstleistungen“ und auf der Startseite „Angebote“, muss der Besucher raten, ob damit dasselbe gemeint ist.

Fehlende Breadcrumbs nehmen die Orientierung. Gerade bei tiefen Strukturen zeigen sie dem Besucher, wo er gelandet ist und wie er wieder zurückkommt.

Wichtige Seiten gehören nicht in den Footer. Karriere, Kontakt und Support werden häufig gesucht und sollten entsprechend schnell erreichbar sein.

IA und SEO hängen zusammen

Gute Informationsarchitektur ist auch SEO-gerechte Architektur. Suchmaschinen bewerten:

Suchmaschinen bewerten den Klickpfad. Seiten, die nah an der Startseite liegen, gelten als wichtiger.

Sie bewerten die interne Verlinkung. Viele thematisch passende Links auf eine Seite signalisieren, dass sie wichtig ist.

Sie bewerten Themen-Cluster. Seiten, die inhaltlich zusammengehören und sauber untereinander verlinkt sind, ranken besser als Einzelseiten ohne Zusammenhang.

Und sie bewerten die URL-Struktur. Ein sprechender Pfad wie /de/webdesign-agentur/ sagt mehr über den Inhalt aus als /page?id=847.

Wer IA nur für Nutzer optimiert, optimiert auch für Suchmaschinen. Deshalb beginnt gutes SEO bei der Struktur und nicht bei den Meta-Daten.

Wann eine IA-Überarbeitung Sinn ergibt

Der Relaunch ist der natürliche Moment dafür. Dann steht die Struktur ohnehin zur Debatte und lässt sich neu aufbauen.

Nach Jahren des Wachstums lohnt der Blick ebenfalls. Wenn sich Inhalte angesammelt haben, folgt ihre Ordnung meist der Entstehung und nicht mehr der Logik.

Sinkende Conversions sind ein Warnzeichen. Wenn der Traffic stimmt, die Anfragen aber ausbleiben, liegt die Ursache oft in der Navigation.

Nach Änderungen am Portfolio führt kaum ein Weg daran vorbei. Neue Leistungen, neue Zielgruppen und eine neue Positionierung brauchen eine Struktur, die sie abbildet.

Fazit: IA ist Strategie, nicht Design

Informationsarchitektur wird oft als Nebenthema behandelt: zwischen Inhalt und Design irgendwo eingeklemmt. Das ist ein Fehler. IA ist strategische Arbeit. Sie entscheidet, ob Nutzer finden, was ihr habt.

Gute IA entsteht nicht zufällig. Sie wird geplant, getestet, optimiert. Der Aufwand lohnt sich, weil er sich an allen anderen Stellen auszahlt.

Portrait von Oliver Hunke vor einer Holzlamellenwand

Marcel und Olli leiten die Agentur. Sie beantworten eure erste Anfrage.

Portrait von Marcel Pietsch vor einer Holzlamellenwand

Ihr wollt eure Website-Struktur auf den Prüfstand stellen? Sprecht uns an. Wir analysieren, wie Nutzer eure Seite erleben und bauen eine Architektur, die führt.

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