AI
Prompt Engineering für Website-Content
Autor: Marcel Pietsch
23. Februar 2026
Wer schon mal einen generischen KI-Text bekommen hat: voller „zukunftsweisender Lösungen“, „nahtloser Integration“ und „ganzheitlicher Ansätze“: weiß: Schlechte Prompts führen zu schlechten Texten. Und schlechte KI-Texte schaden eurer Marke.
Gutes Prompt Engineering ist keine Zauberei. Es ist ein Handwerk. Und es ist 2026 eine Schlüsselkompetenz für jedes Marketing-Team, das KI sinnvoll einsetzen will.
Warum Prompts so wichtig sind
KI-Sprachmodelle sind darauf trainiert, mit den Informationen zu arbeiten, die sie bekommen. Mehr Kontext, bessere Anweisungen, klarere Rolle: bessere Ergebnisse. Ein Zweiwort-Prompt wie „Schreib einen Blogartikel“ liefert generischen Durchschnitt. Ein durchdachter Prompt mit fünf Zeilen Kontext kann Texte liefern, die tatsächlich zu eurer Marke passen.
Das Investment lohnt sich. Ein guter Prompt, den ihr zehn Mal nutzt, spart jedes Mal Überarbeitungszeit in der Content-Erstellung.
Die fünf Bausteine eines guten Prompts
1. Rolle
Sagt der KI, wer sie sein soll. „Du bist erfahrener B2B-Content-Redakteur für mittelständische Softwareunternehmen“ liefert andere Texte als „Schreibe mir einen Text“.
„Ein guter Prompt beschreibt nicht die Aufgabe, sondern den Kontext. Wer der KI nicht sagt, für wen sie schreibt, bekommt Text für niemanden.“
Marcel Pietsch, seitenweise
2. Aufgabe
Beschreibt klar, was der Output sein soll. Textart, Länge, Format. Konkret: „Schreibe einen Blogartikel von 800 bis 1.000 Wörtern mit H2-Überschriften und kurzen Absätzen“.
3. Zielgruppe
Wer liest den Text? „Geschrieben für CTOs in Maschinenbau-Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern“ ist eine andere Ansage als „für Marketing-Entscheider“.
4. Tonalität
Wie soll es klingen? „Direkt, sachlich, ohne Marketing-Phrasen. Per ,Sie‘. Sätze unter 20 Wörtern.“ Je konkreter, desto besser der Output.
5. Kontext
Was muss die KI wissen? Unternehmensinfos, Kernbotschaften, Beispieltexte eurer Website, Dos and Don’ts. Je mehr relevanter Kontext, desto markenspezifischer der Text.
Ein Beispiel-Prompt für B2B-Blogartikel
Rolle: Du bist Content-Redakteur für B2B-Websites mit Fokus auf Mittelstand.
Aufgabe: Schreibe einen Blogartikel von 900 Wörtern zum Thema „Wie lange dauert ein Website-Relaunch?“ für unsere Insights-Sektion.
Zielgruppe: Marketing-Verantwortliche in mittelständischen B2B-Unternehmen, die einen Relaunch planen und Budget- und Zeitfragen klären.
Tonalität: Direkt, praxisnah, ohne Marketing-Phrasen. Sätze maximal 20 Wörter. Per „ihr/euer“. Keine Wörter wie „maßgeschneidert“, „nahtlos“, „ganzheitlich“, „innovativ“.
Struktur: H2-Überschriften. Einleitung mit klarer Frage. Dann realistische Zeiträume pro Projektgröße. Faktoren, die den Zeitplan beeinflussen. Typische Verzögerungen. Fazit mit klarer Empfehlung.
Kontext: Wir sind eine Digitalagentur in Bielefeld mit 25 Jahren Erfahrung. Wir betreuen vor allem Softwareunternehmen und Industriemittelstand. Unsere Projekte dauern typischerweise 3 bis 6 Monate.
Das liefert Texte, die deutlich näher an eurem Zielbild liegen als ein vager „Schreib mir einen Artikel über Relaunches“-Prompt.
Anwendungsfälle für Marketing-Teams
Blog- und Insights-Texte
KI für Struktur und ersten Entwurf nutzen. Welche Themen überhaupt an die Reihe kommen, klärt vorher die Content-Strategie. Fachliche Tiefe, Beispiele und Zahlen ergänzt ihr manuell. Am Ende redaktionell überarbeiten: keine KI liefert fertige Texte.
SEO-Meta-Descriptions und Title-Tags
Ideales Anwendungsfeld für alle, die SEO selbst machen. Klar umrissene Aufgabe, messbares Ergebnis, einfache Qualitätskontrolle. KI kann in Minuten fünf Varianten pro URL liefern.
E-Mail-Drafts
Newsletter-Einleitungen, Transaktions-E-Mails, Follow-ups. KI liefert mehrere Tonalitäten zum Auswählen. Ihr bleibt Editor, nicht Schreiber.
Landingpage-Varianten
A/B-Test-Texte schnell generieren. KI kann zehn Headlines in der Zeit liefern, in der ihr drei selbst schreibt.
Social-Media-Versionen
Aus einem Blogartikel LinkedIn-Posts, kurze Teaser, Quote-Bilder extrahieren. Ideal für Content-Recycling.
Wenn ihr eure Content-Produktion mit KI professionalisieren wollt: Wir helfen euch beim Aufbau eurer Content-Erstellung, inklusive Prompt-Bibliotheken und redaktioneller Qualitätssicherung.
Typische Prompt-Fehler
Zu allgemeine Prompts liefern Durchschnitt. Wer nur „Schreib mir etwas über SEO“ eingibt, bekommt genau das.
Zu viele Anweisungen auf einmal gehen unter. Wer fünfzehn Regeln gleichzeitig vorgibt, erlebt, dass die Hälfte ignoriert wird. Klarheit schlägt Vollständigkeit.
Fehlende Beispiele kosten Qualität. Stil versteht eine KI besser, wenn Beispieltexte dabei sind, deshalb enthält ein guter Prompt oft zwei bis drei Referenzabsätze.
Ein einziger Versuch reicht selten. Rechnet mit zwei bis vier Durchgängen pro Text, bis das Ergebnis sitzt.
Der fehlende Faktencheck ist der teuerste Fehler. KI-Systeme erfinden Angaben, deshalb gehört jede Zahl, jede Quelle und jedes Datum geprüft.
Eine Prompt-Bibliothek für euer Team
Spart Zeit: Baut eine Sammlung wiederverwendbarer Prompts für eure typischen Formate. Strukturiert sie nach Anwendungsfall:
- Blogartikel
- Social-Media-Posts
- Meta-Descriptions
- Newsletter
- Produktbeschreibungen
- Pressetexte
Jeder neue Prompt wird verbessert, getestet, in die Bibliothek aufgenommen. So wird das gesamte Team produktiver, nicht nur die KI-affinen Kolleg:innen.
Die redaktionelle Verantwortung bleibt
Egal wie gut der Prompt: die inhaltliche Verantwortung liegt bei euch. Fakten prüfen. Markenstimme durchlesen. Auf Floskeln achten. Sätze kürzen. Quellen validieren.
KI liefert den ersten Entwurf. Ihr liefert die Qualität. Diese Rollenverteilung ist der Unterschied zwischen KI-Content, der funktioniert, und KI-Content, den jeder auf zehn Meter erkennt.
Fazit: Prompt Engineering ist die neue Kernkompetenz
Wer Marketing-Content produziert, kommt an KI-Tools nicht mehr vorbei. Der Unterschied zwischen guter und schlechter Nutzung liegt im Prompt. Investiert Zeit in gute Prompts, sie zahlen sich bei jedem neuen Text aus.
Und: Bleibt kritisch. KI ist Werkzeug, nicht Redakteur. Die redaktionelle Qualität eurer Website entscheidet ihr, nicht das Modell.
Marcel und Olli leiten die Agentur. Sie beantworten eure erste Anfrage.
Ihr wollt KI-gestützte Content-Produktion professionell in eurem Team aufsetzen? Sprecht uns an. Wir entwickeln mit euch die Prompts, Workflows und Qualitätsprozesse, die zu eurer Marke passen.