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Website-Migration: So vermeidet ihr die größten Risiken

Website-Migrationen sind Operationen am offenen Herzen. Wer sie schlecht plant, verliert Rankings, erzeugt Ausfälle oder verliert Daten. Wer sie gut plant, bemerkt hinterher nichts außer besseren Werten.

Sechs Arten von Migration

Nicht jede Migration ist gleich riskant. Beim Domain-Wechsel von alt.de zu neu.de steht das größte SEO-Risiko im Raum, weil die neue Adresse ihre Autorität erst erben muss. Der Hoster-Wechsel bei gleicher Domain ist dagegen meist unproblematisch, sofern Hosting & Wartung sauber übergeben werden.

Die Relaunch-Migration mit neuer Struktur, neuen URLs und oft neuem CMS ist komplex und ohne Webentwicklung im Boot nicht zu stemmen. Beim Plattform-Wechsel, etwa von WordPress zu TYPO3 oder von Shopify zu WooCommerce, liegt der Schwerpunkt auf der Datenmigration. Der Umstieg von HTTP auf HTTPS haben die meisten hinter sich, taucht aber gelegentlich noch auf. Am aufwendigsten ist die Konsolidierung mehrerer Websites zu einer, weil dort alle anderen Risiken zusammenkommen.

Die drei großen Risiken

Das erste ist der SEO-Verlust. Rankings verschwinden, organischer Traffic bricht ein. Das passiert immer aus denselben Gründen: fehlende Weiterleitungen, geänderte URLs, verlorener Content. Genau dagegen arbeitet technisches SEO im Migrationsprojekt.

Das zweite ist Downtime, also eine zeitweise nicht erreichbare Website, meist verursacht durch schlechte DNS-Planung oder eine unklare Übergabe zwischen den Beteiligten.

Das dritte sind Datenverluste. Content, Formulardaten, Leads und die gesamte Analytics-Historie können verschwinden, wenn Backups fehlen oder niemand vorher prüft, was eigentlich mitgenommen werden muss.

Die Checkliste

Vor der Migration steht die Bestandsaufnahme: alle URLs, Inhalte und Assets erfassen, die alte Website crawlen, ein vollständiges Backup ziehen und die SEO-Ausgangslage mit Rankings, Traffic und Backlinks dokumentieren. Ohne diese Baseline könnt ihr hinterher nicht beurteilen, ob etwas schiefgegangen ist.

  • Vollständige Bestandsaufnahme aller URLs, Inhalte und Assets
  • Crawl der alten Website, etwa mit Screaming Frog
  • Komplettes Backup
  • SEO-Baseline dokumentieren: Rankings, Traffic, Backlinks
  • Testing-Plan festlegen

Während der Migration wird zuerst auf Staging gearbeitet, der Redirect-Plan finalisiert, die DNS-Änderung vorbereitet und der Go-Live in eine verkehrsarme Zeit gelegt. Danach folgt sofort ein Crawl der neuen Website, die Prüfung aller Weiterleitungen und ein enges Monitoring von Rankings, 404-Fehlern und Traffic. In der Search Console reicht ihr die neue Sitemap ein und prüft einzelne URLs, in Analytics kontrolliert ihr, ob überhaupt noch Daten ankommen.

Redirects sind das wichtigste Element

Jede URL, die sich ändert, braucht eine dauerhafte Weiterleitung per 301 auf ihre neue Adresse. Fehlt sie, verliert ihr das Ranking der alten Seite, die Kraft ihrer Backlinks und schickt Besucher auf eine Fehlerseite.

Dabei gelten vier Regeln: Jede alte URL bekommt ein Ziel, es entstehen keine Ketten von A über B nach C, es gibt keine Schleifen, und temporäre Weiterleitungen per 302 setzt ihr nur dann ein, wenn die Sache wirklich temporär ist.

Der Domain-Wechsel ist der heikelste Fall

Hier hilft zusätzlich das Address Change Tool der Google Search Console, mit dem ihr den Wechsel offiziell anmeldet. Die alte Domain solltet ihr mindestens zwölf Monate behalten, denn die Weiterleitungen müssen lange funktionieren.

Danach beginnt Fleißarbeit. Interne Links gehören angepasst, nicht nur per Redirect, sondern im Content selbst. Die wichtigsten Backlink-Partner solltet ihr direkt informieren, damit sie ihre Links aktualisieren. Und dann gibt es all die Stellen, an denen die alte Domain sonst noch steht: Social-Media-Profile, Newsletter-Vorlagen, Printmaterial.

Wenn ihr eine Website-Migration planen wollt: Wir übernehmen Strategie, Umsetzung und Monitoring im Rahmen von Webentwicklung, SEO-sicher und ohne Downtime.

Keine Migration ohne Staging

Staging ist eine identische Kopie der Produktionsumgebung. Dort wird migriert, getestet, freigegeben und erst dann live geschaltet.

Ohne Staging treten Fehler live auf, es lässt sich nichts vorab prüfen, und ein Rückzug ist schwierig. Mit Staging kann das Team in Ruhe freigeben, bevor irgendetwas öffentlich wird.

Das Timing entscheidet mit

Vermeidet Freitagnachmittage, die Tage vor Feiertagen und Stoßzeiten. Gut funktionieren Dienstag- und Mittwochmorgen, weil das Team erreichbar ist und ein ganzer Arbeitstag für Nachkorrekturen bleibt.

Genauso wichtig ist die Kommunikation. IT, Marketing, Vertrieb und Support sollten wissen, wann geschaltet wird, damit niemand aus Versehen mitten im Umzug eine Kampagne startet.

Was regelmäßig vergessen wird

Die Analytics-Kontinuität: Entsteht eine neue GA4-Property oder läuft die alte weiter, und wie sichert ihr die Historie? Ebenso die Tracking-Pixel von Meta, LinkedIn und Google Ads, die alle neu eingebaut und getestet werden müssen.

Wechselt die Domain, wechseln auch die E-Mail-Adressen und die Cookies, was bedeutet, dass ihr Einwilligungen neu einholt. Search Console und Bing Webmaster Tools brauchen eine neue Verifizierung. Und alle Drittanbieter-Integrationen von CRM über Marketing-Automation bis zum Chat-Widget gehören auf die Prüfliste.

Die ersten vier Wochen

Die erste Woche ist Beobachtung im Tagesrhythmus: Rankings, Fehler, Traffic, Crawling. In der zweiten Woche folgt das Feintuning mit Redirect-Kontrolle, 404-Bereinigung und Nacharbeit im Content. In Woche drei und vier stabilisiert sich das Bild, erste Trends werden erkennbar und ihr könnt gezielt gegensteuern. Nach acht Wochen zieht ihr Bilanz: Ist die SEO-Performance wie vorher oder besser?

Der Rollback-Plan

Für den Fall der Fälle braucht ihr eine Backup-Strategie, eine kurzfristig wieder aktivierbare alte Version, dokumentierte Rückzugsschritte und eine klare Grenze, bis wann ein Rollback überhaupt noch möglich ist.

Ein Rollback ist nie Plan A. Aber ohne diese Option ist jede Migration ein Glücksspiel.

Fazit: Migration ist Handwerk

Migrationen sind planbar. Mit sauberer Vorbereitung, testbaren Umgebungen und klarem Monitoring sind sie kein Risiko, sondern Handwerk.

Wer sie als IT-Nebenaufgabe behandelt, zahlt hinterher. Wer sie strategisch plant, macht den Übergang unsichtbar und nutzt ihn gleich für Verbesserungen.

Portrait von Oliver Hunke vor einer Holzlamellenwand

Marcel und Olli leiten die Agentur. Sie beantworten eure erste Anfrage.

Portrait von Marcel Pietsch vor einer Holzlamellenwand

Ihr plant eine Website-Migration? Sprecht uns an. Wir planen, testen und setzen um, SEO-sicher.

Let’s go!