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Strategy

ROI einer Website: Wie ihr ihn realistisch berechnet

Portraitfoto von Olli, Inhaber der Digitalagentur seitenweise

Autor: Oliver Hunke

25. Mai 2026

„Was bringt uns die neue Website?“ ist die zentrale Frage vor jeder Website-Investition. Und sie ist schwerer zu beantworten, als sie scheint. Websites wirken indirekt. Sie verkaufen nicht, sie unterstützen den Verkauf. Sie erzeugen keinen Umsatz, sie erzeugen Leads.

Trotzdem lohnt sich eine seriöse ROI-Rechnung. Nicht weil sie exakt wird, sondern weil sie zu disziplinierterem Denken zwingt.

Die Formel ist einfach, das Füllen nicht

`(Nutzen − Kosten) ÷ Kosten × 100 = ROI in %`

Die Herausforderung liegt nicht in der Rechnung, sondern darin, beide Seiten ehrlich zu befüllen.

Kosten erfassen, alle

Auf der Einmalseite stehen Konzeption und Design, Entwicklung, Content-Erstellung, Fotos und Videos, Testing und die Launch-Aktivitäten. Gerechnet wird auf das gesamte Webdesign, nicht auf einzelne Posten, denn genau dieses Herausrechnen führt später zu Überraschungen.

Die laufenden Kosten werden fast immer unterschätzt. Dazu gehören Hosting, Wartung mit Updates, Backups und Monitoring, die redaktionelle Content-Pflege, SEO-Pflege, Performance-Monitoring, Lizenzen für CMS, Plugins und Werkzeuge sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung.

Als Faustregel gilt: Über drei Jahre entsprechen die laufenden Kosten ungefähr dem Einmalbudget. Aus 50.000 Euro Investition plus 15.000 Euro Betrieb pro Jahr werden so 95.000 Euro Gesamtkosten.

„Keine ROI-Rechnung für eine Website wird am Ende exakt. Ihr Wert liegt darin, dass ihr euch vorher darauf einigt, woran ihr Erfolg messen wollt.“

Oliver Hunke, seitenweise

Nutzen erfassen, direkt und indirekt

Hier wird es interessant, denn der Nutzen einer Website ist mehr als „neue Kunden“. Wie hoch er ausfällt, hängt dabei weniger am Traffic als an der Conversion-Optimierung.

Direkt messbar sind Leads aus Kontaktformularen, Demo-Anfragen, Newsletter-Anmeldungen, im E-Commerce die Umsätze selbst und, oft vergessen, eingehende Bewerbungen.

Schwerer zu beziffern, aber real, ist der indirekte Nutzen: das Vertrauen, das ein Interessent mitbringt, weil er die Website gesehen hat, die eingesparte Zeit im Vertrieb, weil Grundlagen nicht mehr erklärt werden müssen, die bessere Qualität der Anfragen, die Markenwirkung und der Vorteil im Recruiting.

Dazu kommt der eingesparte Aufwand: kürzere Verkaufszyklen, automatisierte Prozesse über FAQ und Self-Service, weniger Rückfragen beim Support.

Die Rechnung an einem Beispiel

Eine B2B-Website im Mittelstand, 60.000 Euro Investition und 18.000 Euro Betrieb pro Jahr, kostet über drei Jahre 114.000 Euro.

Dem stehen zwölf Leads im Monat gegenüber, über drei Jahre also 432. Bei einer Conversion von 15 Prozent werden daraus 65 Neukunden. Bei 8.000 Euro durchschnittlichem Erstjahresgeschäft ergibt das 520.000 Euro Umsatz und bei 30 Prozent Deckungsbeitrag 156.000 Euro.

Der ROI liegt damit bei 37 Prozent über drei Jahre. Solide, aber nicht spektakulär, und genau diese Nüchternheit ist der Punkt.

Der Zeitfaktor

Die ROI-Kurve verläuft nicht linear. Im ersten Jahr übersteigt die Investition meist den Nutzen, weil Rankings erst aufgebaut werden, Content wächst und Leads verzögert kommen. Im zweiten Jahr erreicht man den Break-Even oder ein erstes Plus, im dritten wird ein positiver ROI sichtbar.

Am stärksten wirkt eine Website in Jahr vier und fünf, vorausgesetzt, sie wird konsequent gepflegt. Ab Jahr sechs veraltet die Technik, die Performance sinkt und der nächste Relaunch steht an.

Wer nach sechs Monaten einen ROI erwartet, wird enttäuscht. Wer mit drei bis fünf Jahren rechnet, rechnet seriös.

Was sich schwer rechnen lässt und trotzdem zählt

Eine veraltete Website schadet der Marke, auch wenn kein einziger Lead verloren geht. Bewerber prüfen Arbeitgeber-Websites, und eine schlechte kostet Fachkräfte, die sich gar nicht erst melden.

Dazu kommt der Nutzen für den Vertrieb, der auf die Website verweisen kann statt zu erklären, und die strategische Option: Eine gute Website macht weitere digitale Schritte überhaupt erst möglich, von Marketing-Automation über Shop bis Kundenportal.

Diese Faktoren gehören in jede Betrachtung, qualitativ, wenn sie sich quantitativ nicht fassen lassen.

Wenn ihr eine ROI-Betrachtung professionell aufsetzen wollt: Wir helfen im Rahmen von Analytics & Tracking bei Messgrößen, Attribution und Reporting.

Die typischen Fehler

Am häufigsten werden nur die Einmalkosten gerechnet und der Betrieb ignoriert, was die Rechnung von Anfang an schönt. Fast genauso verbreitet sind zu optimistische Annahmen nach dem Muster „Wir verdoppeln unsere Leads“, ohne dass es dafür eine Grundlage gäbe.

Ohne Attribution lässt sich später nicht sagen, welche Leads wirklich über die Website kamen. Ohne Baseline fehlt der Vergleich zur alten Website, und damit das Delta, um das es eigentlich geht. Und ein ROI-Check nach sechs Monaten kommt schlicht zu früh.

Baseline vor dem Relaunch

Bevor die neue Website startet, messt die alte: Traffic, Conversion-Raten, Leadzahlen, Absprungrate, organische Rankings und Ladezeiten. Das kostet einen halben Tag und ist später durch nichts zu ersetzen.

Was ihr zum Messen braucht

Jeder Lead braucht eine Quelle, eine Kampagne und eine Landingpage. Das CRM muss beantworten können, welcher Lead am Ende Kunde wurde, und ein Attributionsmodell klären, wie viel welcher Berührungspunkt beigetragen hat.

Technisch setzt das GA4 mit sauberem Conversion-Tracking voraus, aufgesetzt im Analytics & Tracking, sowie feste Reporting-Termine im Monats-, Quartals- und Jahresrhythmus. Ohne diese Infrastruktur bleibt ROI ein Bauchgefühl mit Nachkommastellen.

ROI über die Website hinaus

Die Website ist nur ein Teil des digitalen Marketings. Eine vollständige Betrachtung nimmt Kosten und Nutzen von Marketing-Automation und CRM mit auf, dazu Kampagnenbudgets für Ads, Content und Events sowie die Vertriebskosten.

Die Website isoliert zu betrachten ist einfacher. Ganz realistisch ist es nicht.

Fazit: Rechnen macht Entscheidungen besser

Der genaue ROI einer Website lässt sich nicht auf den Euro berechnen. Eine ehrliche, strukturierte Betrachtung mit offengelegten Annahmen beantwortet aber die Fragen, auf die es ankommt: Lohnt sich die Investition? Was müsste eintreten, damit sie sich lohnt? Wo liegen die Risiken?

Wer das beantworten kann, trifft bessere Entscheidungen. Wer es nicht kann, investiert im Nebel.

Portrait von Oliver Hunke vor einer Holzlamellenwand

Marcel und Olli leiten die Agentur. Sie beantworten eure erste Anfrage.

Portrait von Marcel Pietsch vor einer Holzlamellenwand

Ihr wollt eine ROI-Betrachtung für eure Website machen? Sprecht uns an. Wir helfen bei Kosten, Nutzen und Messung.

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