Strategy
Wie lange dauert ein Website-Relaunch wirklich?
Autor: Oliver Hunke
28. September 2026
„In drei Monaten sollte das doch machbar sein.“ Diesen Satz hören wir häufig im ersten Gespräch. Meistens im Mai, für einen Launch zur Messe im September.
Machbar ist er manchmal. Die ehrliche Spanne für einen mittelständischen Relaunch liegt bei vier bis neun Monaten, und wo ihr in dieser Spanne landet, hängt kaum an der Agentur. Es hängt daran, wie schnell in eurem Haus entschieden und geliefert wird.
Diese Zeitachse beschreibt ein Projekt mit rund dreißig Seiten, neuem Design und neuem CMS. Kein Shop, keine Sonderfunktionen.
Phase 1: Konzept und Struktur, vier bis acht Wochen
Am Anfang steht die Frage, was die Website leisten soll und wie sie aufgebaut wird. Dazu gehören Zielgruppen, Seitenstruktur, Navigation und die Festlegung, welche Inhalte überhaupt gebraucht werden.
Reine Arbeitszeit sind zwei bis drei Wochen. Der Rest sind Abstimmungen. Diese Phase wird regelmäßig unterschätzt, weil noch nichts zu sehen ist. Wer hier abkürzt, zahlt es später doppelt, denn jede Strukturänderung nach dem Design betrifft Entwurf, Umsetzung und Inhalte gleichzeitig. Eine saubere digitale Strategie am Anfang ist die günstigste Zeit im ganzen Projekt.
Phase 2: Design, vier bis acht Wochen
Zuerst entstehen zwei bis drei Entwürfe für die Startseite, danach die wichtigsten Seitentypen. Gestaltet wird mobil und für den Desktop, dazu kommen Zustände wie Formularfehler und leere Listen.
Der Zeitbedarf der Agentur ist gut planbar. Die Streuung entsteht durch die Freigaben. Ein Design, das in einer Runde entschieden wird, kostet zwei Wochen. Dasselbe Design mit vier Meinungsgebern und einer Geschäftsführung, die nur donnerstags Zeit hat, kostet sechs. Gutes UX/UI Design entsteht nicht schneller, wenn mehr Leute darauf schauen.
„Die Agentur braucht selten länger als geplant. Was länger dauert, sind die Wochen, in denen niemand antwortet.“
Oliver Hunke, seitenweise
Phase 3: Inhalte, sechs bis sechzehn Wochen
Hier liegt der größte Unsicherheitsfaktor, und diese Phase ist der häufigste Grund für gerissene Termine.
Dreißig Seiten Text bedeuten geschätzt sechzig bis achtzig Stunden Schreibarbeit, dazu Bilder, Freigaben und oft eine Abstimmung mit Fachabteilungen. Wenn das nebenbei im Marketing passiert, zieht es sich über Monate. Wenn es beauftragt wird, dauert es vier bis sechs Wochen.
Die gute Nachricht: Diese Phase läuft parallel zu Design und Entwicklung, sofern sie früh startet. Die schlechte: Sie startet fast nie früh. Wer die Content-Erstellung erst beginnt, wenn das Design steht, hängt automatisch zwei Monate hinten.
Phase 4: Umsetzung, sechs bis zehn Wochen
Jetzt wird gebaut. Templates, CMS-Struktur, Formulare, Schnittstellen, Einpflegen der Inhalte.
Diese Phase ist die verlässlichste im ganzen Projekt, weil sie fast ausschließlich in der Hand der Webentwicklung liegt. Verzögerungen entstehen hier meistens durch Zulieferungen von außen, etwa wenn Zugänge zum Server fehlen oder das CRM-Team keine Zeit für die Schnittstelle hat.
Phase 5: Test und Launch, zwei bis vier Wochen
Getestet wird auf Geräten, Browsern und mit echten Menschen aus eurem Haus. Dazu kommen Weiterleitungen, Messung, Datenschutz und die letzten Korrekturen.
Diese Wochen werden am häufigsten gestrichen, wenn es eng wird. Das ist nachvollziehbar und trotzdem falsch. Ein Fehler, der vor dem Launch auffällt, kostet eine Stunde. Derselbe Fehler nach dem Launch kostet Anfragen. Auch die letzten Schritte der Performance-Optimierung passieren in dieser Phase, weil sich Ladezeiten erst mit echten Inhalten seriös messen lassen.
Warum vier Monate reichen können und neun manchmal nicht
Die Spanne erklärt sich nicht durch den Umfang, sondern durch drei Faktoren.
Der erste ist die Entscheidungsstruktur. Eine benannte Person mit Freigabebefugnis halbiert die Abstimmungszeiten gegenüber einem Gremium.
Der zweite sind die Inhalte. Wer sie beauftragt oder intern eine Person freistellt, spart im Schnitt sechs Wochen.
Der dritte ist der Umfang während des Projekts. Jede nachträgliche Erweiterung kostet nicht nur ihre eigene Umsetzungszeit, sondern auch eine neue Abstimmungsrunde.
Wenn der Termin feststeht
Manchmal gibt es einen harten Stichtag, etwa eine Messe oder ein Jubiläum. Dann gilt: Der Umfang ist die Variable, nicht die Qualität.
Ein Launch mit fünfzehn wirklich fertigen Seiten schlägt einen mit dreißig halbfertigen. Legt zu Beginn fest, welche Seiten zwingend zum Start stehen müssen und welche vier Wochen später nachkommen dürfen. Diese Liste ist im Zweifel wertvoller als jeder Puffer im Zeitplan.
Fazit: Rechnet mit sechs Monaten
Wenn ihr eine einzige Zahl braucht, plant sechs Monate vom ersten Gespräch bis zum Launch. Startet die Inhalte in Woche eins, nicht in Woche zwölf, und benennt eine Person, die entscheiden darf.
Marcel und Olli leiten die Agentur. Sie beantworten eure erste Anfrage.
Wie das im Detail abläuft und woran wir in jeder Phase arbeiten, steht auf unserer Seite zum Website-Relaunch.